vorläufiges Programm, Stand 26.7.

Antifa-Camp Rheinland 2010 vom 18.-22. August

Bislang sind folgende Veranstaltungen auf dem dritten antifaschistischen Camp im Rheinland in der konkreten Vorbereitung (alphabetische Sortierung):

Music & Co: Kobayashi (Bremen - Punk/ HC), Feine Sahne Fischfilet (Meck-Pomm - Ska/Punk), zOSCH! (Köln - Punk), Bun Babylon (Köln - Raggae/ Dancehall)

"Autonome Nationalisten" – Die Modernisierung neonazistischer Jugendkultur
Was ist neu an den „Autonomen Nationalisten“ und was nicht? Warum verwenden sie Symboliken und Aktionsformen, die der autonomen linken Szene entlehnt sind? Welche Bedeutung hat der „Schwarze Block“ für sie?
Wie greifen andere Neonazis das Konzept der „Autonomen Nationalisten“ auf und welche Überschneidungen, Konflikte und Kooperationen gibt es insbesondere in dem Verhältnis mit der NPD? Die neonazistische „Aktionsgruppe Rheinland“ wird auf ihre Inhalte untersucht. Eine Einschätzung skizziert die Bedeutung von Gewalterlebnissen auf neonazistischen „Großevents“ für die „Autonomen Nationalisten“.
Schließlich stellen wir uns die Frage, wie eine erfolgreiche antifaschistische Intervention gegen „Autonome Nationalisten“ aussehen kann.

Abschiebung verhindern – papierlose Menschen unterstützen
Immer wieder stehen in euren Städten Familien kurz vor der Abschiebung oder Flüchtlinge, die abgetaucht sind, brauchen Unterstützung. Dabei stellen sich oft viele Fragen. Wie kann man unterstützen? Was gefährdet vielleicht die Betroffenen? Wie viel Verantwortung kann eine Gruppe übernehmen? Wie kann man vor Ort Netzwerke aufbauen?
Seit über zwei Jahren unterstützt stay! papierlose Menschen in Düsseldorf und berät Flüchtlinge, die kurz vor der Abschiebung stehen.
Workshop mit vielen Infos + Film von stay! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative

Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Repression gegen Antifa Gruppen
Welche Strategien der Staatsmacht gibt es um gegen Antifa Gruppen vorzugehen?
Beispiele einiger aktueller Verfahren und passender Gegenstrategien. Wie kann das Wissen von Antrepressionsarbeit an Jugend Antifas weitergegeben werden? Verhalten bei Zeugenaussagen, Polizeiprovokationen, Hausdurchsuchungen. Ausserdem gibt es für interessierte Gruppen mehrere Vortragsvorlagen zum weitergeben und selbermachen

Anarcho-Syndikalismus

Antifa & Männlichkeit
So gerne wir das hätten: Die radikale Linke ist keine Insel. Antisexismus gehört zwar irgendwie zum propagierten Selbstbild der Antifa-Bewegung, zwischen Anspruch und Wirklichkeit finden sich allerdings immer wieder Lücken. Viele Antifa-Gruppen sind „männlich“ dominiert und werden auch von außen so wahrgenommen. Das Bild des harten, männlichen Straßenkämpfers dient vielen Aktivisten als Identifikation und findet sich entsprechend auf Plakaten, Flyern und in persona auf vielen Aktionen wieder. Auch im Umgang untereinander, in unseren Beziehungen stellen wir fest, dass patriarchale und heterosexistische Sozialisation und Strukturen auch nicht vor unseren Hirnen und Herzen Halt machen. In der AG diskutieren wir Möglichkeiten einer Antifa ohne Mackertum.

Darüber hinaus gibt es „open space“ für AGs nach den Themen, die ihr selbst mitbringt und diskutieren wollt. Wir bieten euch nach Wunsch Moderation & Material dafür. Außerdem bieten wir euch im Anschluss eine Lieblings-Lounge an, wo wir unsere Lieblingsbücher, -texte, -filme und -musik rund ums Thema zum Schmökern, Stöbern und Chillen zur Verfügung stellen.

Antifa in Prag (aus Prag)
Ein Überblick über die Situation und die Arbeit der Antifa in Tschechien – von einer Genossin aus Prag

Antikapitalismus von rechts?
Soziale Themen haben in der Agitation der extremen Rechten an Bedeutung gewonnen. "Sozial geht nur national" heißt das Motto einer bundesweiten Kampagne, mit der sich die NPD als einzig wirkliche Interessensvertreterin der "kleinen Leute" und „einzig authentische Anti-Globalisierungspartei“ inszenieren möchte. Neonaziaufmärsche wenden sich gegen Massenarbeitslosigkeit, die Globalisierung oder gleich gegen das ganze "System". Die soziale Frage soll nationalisiert werden. So möchte nicht nur die NPD ihren Einfluss steigern.

Doch neben der bekannten Hetze gegen MigrantInnen ("Arbeitsplätze zuerst für Deutsche!") sind scheinbar neue Töne zu hören. Teile der NPD, ihrer Jugendorganisation JN und vor allem die aktionistischen "Freien Kameradschaften" und "Autonomen Nationalisten" haben sich einen "Antikapitalismus von Rechts" auf die Fahnen geschrieben. Ihre historischen Bezüge sind vielfältig: Mal beziehen sie sich auf die Idee eines "Preußischen Sozialismus", mal auf den von Hitler 1934 ausgeschalteten NSDAP-Flügel um die Brüder Strasser, mal auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik des NS-Staates. Trotzdem erreicht dieser "Antikapitalismus von Rechts" seine Zielgruppen und verhilft der NPD zu Wahlgewinnen, vor allem im Osten. Warum das so ist, was den extrem rechte Antikapitalismus charakterisiert und auf welche historischen Vorläufer er sich stützt, soll auf dieser Veranstaltung diskutiert werden.

Antimilitarismus
Blockadetraining Basics
Castor

Computer-Fit - Workshop zur Datensicherheit
Surfen, Mailen, Schreiben und Aufbewahren sind alltägliche Aufgaben politischer Aktivist_innen. Viren, Überwachung und Abstürze sind dabei die größten Gefahren. Also zeigen wir euch, wie ein Computer sicher und verlässlich gemacht werden kann und helfen euch vor Ort dabei.

Themen: E-Mail-Verschlüsselung, Grundlagen Computer-Hardware und Betriebssysteme, Festplatten-Verschlüsselung und Backup, Anonymes Netzwerken, Hilfe bei Problemen.

Dancehall & Homophopie
Hintergrund der Veranstaltung sind die jüngsten Diskussionen und Aktionen rund um die Auftritte der jamaikanischen DeeJays Sizzla und Elephant Man in NRW in den vergangenen Monaten. Entlang des in der LOTTA #37 (antifaschistische Zeitschrift aus NRW) erschienenen Artikels "ring di alarm"versucht der Referent Homophobie in Jamaika und in der *Dancehall* anhand von Bildern und Musik aufzuzeigen und zu erklären.

Dabei geht es einerseits um die Kritik an homophoben Einstellungen in Jamaika und dem Hass auf Schwule und Lesben in Liedtexten jamaikanischer "Künstler". Andererseits sollen Sichtweisen und Einschätzungen jenseits bisheriger Interpretationen des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) und diverser linker Gruppen aufgezeigt und diskutiert werden.

Demoorga / Verhandlungen / Organisaton

Der Bildungsstreik - Kritische Auswertung und Perspektiven
In dieser Veranstaltung sollen noch einmal die Bildungsproteste der letzten zwei Jahre unter die Lupe genommen werden. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen, auswerten und die Frage stellen, was sich lernen ließe für die Zukunft - auch über dieses spezielle Feld hinaus. Im Hintergrund wird so ganz allgemein die Frage nach Möglichkeiten linksradikalen Engagements im Spannungsfeld von Kritik und Intervention eine Rolle spielen.

Die extreme Rechte in den "social networks"
Die "social networks" wie Facebook, MySpace oder Wer-kennt-Wen? Dienen nicht nur der Vernetzung extrem rechter Szenen, sondern sie eröffnen Räume für Propaganda und Werbung. In eigens geschaffenen Gruppen tauschen Neonazis Materialien und Termine, organisieren Aufmärsche oder "Nationale Grillabende" und gestalten einen virtuellen Sozialraum. In Hunderten von Gruppen verknüpfen sie "populistische" Forderungen mit neonazistischen Parolen, verbreiten Weltverschwörungshalluzinationen und erreichen eine bedenklich hohe Anzahl von UnterstützerInnen "aus der gesellschaftlichen Mitte". Doch sind diese Unterstützung und dieser Sozialraum "nur virtuell", unverbindlich und substanzlos? Oder lassen sich darüber mehr Menschen erreichen, als beispielsweise durch Aufmärsche durch abgeschirmte, menschenleere Vororte? Der Workshop bietet Einblicke in die vielfältigen neonazistischen Aktivitäten in den "social networks" und wirft die Frage nach antifaschistischen Gegenstrategien auf.

Die kirchliche Rechte – Christlicher Fundamentalismus in Deutschland
Schritt für Schritt und oft mit leisen Bewegungen im Hintergrund öffnet Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. der kirchlichen Reaktion Tür und Tor. Das äußert sich in der Rehabilitation antisemitischer Elemente ebenso wie in neuen Chancen für Organisationen wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. oder Opus Dei, die in immer größerem Ausmaß Morgenluft wittern. Antimoderne, antiemanzipatorische Kräfte wie christliche Lebensschutzvereine, die das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, die Gleichstellung von Lesben und Schwulen und jede Kritik an patriarchalen Verhältnissen bekämpfen, profitieren davon. Dies gilt keineswegs nur für die katholische, sondern auch für die evangelische Kirche. Dort machen Evangelikale erfolgreich mit Massenveranstaltungen von sich reden, gründen Schulen, in denen die Evolutionslehre in Frage gestellt wird. Auch Evangelikale unterhalten Kontakte zu Rechtsaußen-Organisationen und werden immer wieder politisch aktiv. In der AG wird ein Überblick über die christliche Rechte in Deutschland und ihre aktuelle Entwicklung geboten.

Die neoliberale Stadt in der Krise. Chancen und Grenzen lokalen Widerstands
Trotz oder gerade wegen des globalisierten Kapitalismus bleibt die lokale, städtische Ebene Austragungsort zahlreicher sozialer Kämpfe. Ob es dabei um die Verteidigung sozialer Errungenschaften, den Erhalt günstigen Wohnraums, um Widerstand gegen repressive Sicherheitspolitiken, Gentrifizierung und Leuchtturmprojekte oder um offensive Forderungen (bspw. zur Vergesellschaftung städtischer Betriebe oder für den kostenlosen Zugang zu städtischer Infrastruktur) geht: Die Kräfteverhältnisse haben sich durch den Wandel lokaler Politik zur neoliberalen oder unternehmerischen Stadt für emanzipatorische Projekte maßgeblich verschlechtert. Standortpolitik, sprich: die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, erhält auf Kosten anderer Handlungsfelder höchste Priorität und ist, quer durch (fast) alle Parteien, zu dem hegemonialen Leitbild städtischer Politik avanciert.
In dem Workshop soll auf Grundlage eines kurzen Inputvortrages und Euren Erfahrungen diskutiert werden, inwiefern die aktuelle Wirtschaftskrise, welche häufig auch als Krise des Neoliberalismus thematisiert wird, auch zu einer Krise der hegemonialen Anschlussfähigkeit neoliberaler Stadtentwicklung geführt hat. Können emanzipatorische Bewegungen, Initiativen und gegenhegemoniale Projekte vor diesem Hintergrund das Leitbild der unternehmerischen, wettbewerbsfähigen Stadt nachhaltig erschüttern und so die Interventionsmöglichkeiten für die verschiedenen Formen lokalen Widerstandes wieder dauerhaft verbessern?

Dortmund
Dresden
Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie mit Michael Heinrich

Europa von rechts – Eine Bestandsaufnahme über die extreme Rechte in Europa

Europäisches Grenzregime
Europa wächst zusammen!“ lautet die gängige Devise. Mit der Öffnung der Binnengrenzen ist die Sicherung des Territoriums vor 'unerwünschter' Einwanderung nicht mehr nur eine nationalstaatliche Angelegenheit, die Verwaltung und Abwehr von Migration wird inzwischen von den europäischen Staaten zunehmend gemeinsam organisiert. So wurde seit den neunziger Jahren eine Vielzahl asyl- und einwanderungsrechtlicher Maßnahmen beschlossen, um eine Angleichung der rechtlichen Materie zwischen den Mitgliedsstaaten herbeizuführen. Daneben ist es das erklärte Ziel der europäischen Politik, im Rahmen des gemeinsamen „Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“, ein integriertes Grenzschutzsystem zu schaffen. Dies umfasst zum einen eine zunehmend militarisierte Einreisekontrolle und den Aufbau technischer Überwachungssysteme an der territorialen Grenze. Zum anderen arbeitet die europäische Politik verstärkt mit den Herkunfts- und Transitstaaten der Migrant/inn/en zusammen, um Wanderungsbewegungen bereits im Keim zu ersticken und die Rückführung der Menschen ohne Aufenthaltsstatus zu erleichtern. Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung dieser umfassenden Grenzschutzpolitik spielt die europäische Grenzschutzagentur „Frontex“ - eine Behörde mit Sitz in Warschau, welche fernab von demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle die „Sicherheit Europas“ voran treibt. Die beiden Referenten wollen in der Veranstaltung einen Überblick geben und die unterschiedlichen Aspekte der europäischen Grenzschutzpolitik beleuchten.

Extrem rechte Wahlparteien und Neonazismus in NRW – eine Bestandsaufnahme
Wie stark sind NPD, DVU, REP, PRO, „Freie Kameradschaften“ bzw. „Autonome Nationalisten“ in NRW, wie sehen ihre Strukturen, Strategien und Aktivitäten aus? In der Arbeitsgruppe soll eine Bestandsaufname in NRW versucht werden.

Feminismus

Fußballfans, Ultras und die extreme Rechte
Der Vortrag beschäftigt sich mit aktuellen Erscheinungsformen von Rassismus und Neonazis in Fußballstadien. Besonders die Fanszene hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ultragruppen sind aus den Kurven der meisten Vereine nicht mehr wegzudenken. Was kennzeichnet diese Fan- und Jugendkultur? Wie sind sie politisch einzuordnen? Was können Fans und Ultras gegen Neonazis im Fußball-Umfeld unternehmen.

Gedenkstättenfahrt nach Oswiecim – ein Reisebericht
Zwei Wochen vor dem Antifa-Camp besuchte eine Gruppe von 24 Personen – die meisten aus NRW – die polnische Stadt Oswiecim, die die Nazis Auschwitz nannten. Diese sechstägige Fahrt soll auch 2011 wieder angeboten werden. Die AG bietet einen Reisebericht und Raum für Fragen, Diskussionen und Tipps für's Nachmachen.

Gender & Naturwissenschaften
Geschichte, Ursachen und Erscheinungsformen des Antisemitismus

Internationalistische Debatte – Die Situation der radikalen Linken in Europa. Impulsreferate + Diskussion
Islamophobie
Israel – Gaza
Kritik der sozialen Netzwerke
Lauschangriff

Märzrevolution 1920 im Ruhrgebiet
Gerade in diesem Jahr, 90 Jahre nach der Märzrevolution, gab es eine ganze Menge Jubiläums und Gedenkveranstaltungen an die Ereignisse die durch den Kapp Putsch ausgelöst wurden. Die vorherrschenden Deutungen sind dabei immer noch die traditionsmarxistische, wonach die Revolution scheiterte, weil ihr die Organisation durch eine leninistische Partei fehlte, und die sozialdemokratische, nach der der Kapp Putsch durch den Generalstreik schnell besiegt wurde und wenigen Linksextremisten der wiederhergestellte Regierung die Gewalt aufzwangen.

Dabei gehen die Lebenswelt und die Erfahrungen der Beteiligten der revolutionären Bewegung völlig verloren. Sie konnten sich auf der einen Seite selbst organisieren und eine kurze Zeit ganz anders leben auf der anderen Seite gelang es ihnen oft nicht die althergebrachte Struktur von Autoritäten und Repräsentanten zu durchbrechen und häufig gaben sie ihre Versuche der Veränderung dieser Strukturen erstaunlich früh auf. Die Gründe für diese Zwiespältigen Erfahrungen und was sie für uns heute bedeuten soll diskutiert werden.

Außerdem soll auf die Massivität und Brutalität der Niederschlagung der Revolution im Ruhrgebiet eingegangen werden. Durch die massiven Niederlagen der revolutionären Bewegungen in Deutschland zwischen 1919 und 1921 wurde die emanzipatorische Arbeiterinnenbewegung mit ihren Hoffnungen vernichtet und der Weg für den Nationalsozialismus bereitet.

Nazis in Meck-Pomm

NL: Hausbesetzungen
About the situation of squats, how squatting works, the old and new laws and actions against repression and criminalisation.

NS -TäterInnen /-Prozesse
In den letzten Monaten sorgten Prozesse gegen mutmaßliche NS-Vebrecher zu vermutlich letzten Mal für Schlagzeilen. In Aachen wurde der ehemalige SS-Mann Heinrich Boere zu lebenslanger Haft verurteilt, in München läuft ein Prozess gegen den 89-jährigen John Demjanjuk, der als ehemaliger so genannter ?ausländischer Hilfswilliger" wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Jüdinnen und Juden im Vernichtungslager Sobibor angeklagt wird. Auch wenn die deutsche Justiz derzeit einen überraschenden Verfolgungswillen an den Tag zu legen scheint verlief die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen seit 1945 zögerlich und schleppend. Nur ein Bruchteil der Täter und Täterinnen musste sich vor Gericht verantworten, die große Mehrheit entging einer Strafverfolgung. Der Vortrag gibt zum einen einen Überblick über den juristischen Umgang mit NS-Tätern und Täterinnen in der BRD und geht dabei auch vergleichend auf andere europäische Staaten ein. Zum anderen wird die Aufarbeitung der NS-Verbrechen auch in ihren jeweiligen zeithistorischen Kontext gestellt und ein Blick auf die TäterInnenbilder geworfen, die der Nachkriegsgesellschaft zur Abgrenzung und Exkulpation dienten. Dabei wird auch eine geschlechtergeschichtliche Perspektive auf NS-Täterschaft eingenommen.

Out of Action
Politisch aktive Menschen sind häufig mit Repression konfrontiert. Dies kann neben Prozesskosten, Knast und körperlichen Verletzungen auch zu psychischen Belastungen wie Traumatischem Stress führen. Um damit einen genauso solidarischen Umgang wie mit Prozesskosten oder körperlichen Verletzungen zu finden, ist es wichtig, sich mit dem Thema "Traumatische Erlebnisse und deren Folgen" auseinanderzusetzen und gemeinsam gegen diese Form von Repression zu handeln. Wie wichtig ein unterstützender, solidarischer Umgang miteinander für dauerhafte politische Arbeit ist soll in diesem Workshop gezeigt bzw. gemeinsam erarbeitet werden.

Recht extrem – Die Extremismustheorie und ihre Auswirkungen
Die Extremismus- bzw. Totalitarismustheorie erlebt seit den 1990er Jahren einen neuen Aufschwung. Die Annahme, "Extremismen" auf der Rechten sowie auf der Linken hätten viele Gemeinsamkeiten und seien nur unterschiedliche Ausformungen eines "extremistischen" Kerns, wird auch von zahlreichen Fachleuten kritisiert - schließlich fasst sie völlig unterschiedlich strukturierte Weltanschauungen zusammen. Gänzlich ungeachtet ihrer wissenschaftlichen Fragwürdigkeit entfaltet die Extremismustheorie zunehmend auch praktische Wirkung. In der AG wird informiert über die Extremismus- bzw. Totalitarismustheorie, über wissenschaftliche Kritik an ihr und über ihre praktische Anwendung durch die bundesdeutschen Behörden seit den 1950er Jahren.

RechtsRock: ...von A wie Absurd bis Z wie Zyklon D
Sani - Workshop
Schreibworkshop (ganztägig) – Berichte, Pressemitteilungen und Artikel schreiben lernen

Sexism sucks - Workshop zu Feminismus, Geschlechterverhältnissen und
Sexismus

Der Workshop bietet die Möglichkeit, verschiendene Themen aus den Bereichen Feminismus, Gender Theorie und Anti-Sexismus zu diskutieren. Euer Feedback aus den letzten beiden Jahren aufgreifend, haben wir den Workshop erweitert und so aufgebaut: Wir starten mit einem ca. 30 Minuten langen Input als Einstieg in das Thema. Darin geben wir einen groben Überblick zur Geschichte und den Kämpfen der Frauenbewegung und gehen kurz auf die Grundlagen und Schwierigkeiten der verschiedenen feministischen Theoriekonzepte ein, vom Differenzfeminismus bis zur dekonstruktivistischen Gendertheorie. Danach geben wir an euch ab und eröffnen Diskussionsrunden zu euren Themen. Dabei haben wir AGs zu Fragen vorbereitet, mit denen wir uns gerade selbst beschäftigen, zum Beispiel:

„Knüppel auf`n Kopp, Mackerarsch!?“ Wie gehen wir mit sexistischen und homophoben Anmachen und blöden Sprüchen im Alltag um? Die besonders schlagfertigen Konter fallen uns immer erst hinterher ein, oder wir üben uns in Ignoranz oder Ironie. Je nach Situation – am Arbeitsplatz, in der Schule, auf der Straße, in der eigenen Szene – sind verschiedenen Reaktionen und Interventionen möglich, um hinterher mit sich zufrieden zu sein. Eine praxisorientierte AG zum Erfahrungsaustausch mit Antisexismus-Training.

„xxy mal x!“
Warum werden Menschen eigentlich immer noch in Männer und Frauen eingeteilt? Obwohl sich queerfeministische und dekonstruktivistische Genderkonzepte an den Unis längst etabliert haben und queere Aktivist_innen auch auf der Straße sichtbar machen, dass Zweigeschlechtlichkeit eine gesellschaftlich konstruierte und repressive Norm ist, halten sich biologistische Argumentationen hartnäckig. Immer wieder werden die Naturwissenschaften herangezogen, um angeblich "männliche" und "weibliche" Eigenschaften als naturgegeben zu belegen – dabei ist auch im Reich der Tiere, der Hormone und Gehirne längst nicht alles so eindeutig, wie es der heterosexistische Mainstream gerne hätte. Wir diskutieren mit Euch: Wie sind diese vermeintlich "natürlichen" Geschlechterkonzepte eigentlich entstanden? Welche Ansätze bietet die Gender Theorie zu deren Dekonstruktion? Und was hat das alles mit "lesbischen Fischen" zu tun?

Sport - Workshop
Stolberg
Streetart - Workshop

Tatort Kurdistan
In Kurdistan wird seit Juni wieder gekämpft. Doch worum geht es eigentlich in der kurdischen Revolution? Wir wollen einen Überblick geben über die Geschichte des Konflikts, Aktuelles aus der Frauenbewegung, die Projekte zur kommunalen Selbstverwaltung und einen möglichen Friedensprozess. Außerdem wird die aktuelle Kampagne "Tatort Kurdistan" vorgestellt mit Informationen zu Aktionen in Düsseldorf und Köln.

Referent: Reimar Heider (Mitarbeiter der Internationalen Initiative Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden in Kurdistan)

Tierrechte
Transpi - Workshop
Überwachungsstaat: Paranoia oder Realität?


Verfolgt und vergessen - die Kontinuität des Antiziganismus
Seit Jahrhunderten werden Sinti und Roma als sogenante „Zigeuner“ aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Als nicht zur Gesellschaft zugehörig bedroht das Bild der „Zigeuner“ scheinbar die bürgerliche Geselschaft in ihrer Gesamtheit. Kontinuierlich ziehen sich diskriminierende als auch romantisierende „Zigeunerbilder“ durch die Geschichte - von religös-geprägten Vorurteilen über den nationalen Ausschluss und die völkisch-rassistisch legitimierte Verfolgung, die im NS im Massenmord gipfelte, bis hin zur heutigen Situation von Sinti und Roma in Deutschland und Europa. Der Vortrag setzt sich mit den Stereotypen und der Geschichte des Antiziganismus auseinander und versucht Funktionsweisen und Kontinuitäten aufzuzeigen.

Von sozialen Bewegungen und linken Regierungen in Lateinamerika
Was passiert auf dem Kontinent? Welche Ziele, Dynamiken und
Perspektiven gibt es? Wie beeinflussen Militarisierung und
Militärschläge im Rahmen ultrarechter neoliberaler Ermächtigung die Linke?
Aufgezeigt werden soll die Vielfalt und Dynamik des Widerstandes in Mesoamerika gegen den neoliberalen Ausverkauf und korrupte rechte Gesellschaftstrukturen, aber auch die staatliche Repression gegen sie.
Diskutiert werden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Zielen und Perspektiven hier und die Möglichkeiten, sich solidarisch einzubringen – hier und dort.

Was ist Faschismus? Neue Ansätze in der Faschismusforschung
Was Faschismus ist oder war, darüber wird noch immer gestritten - nicht nur in der Linken, sondern auch in der Wissenschaft. Von einigen WissenschaftlerInnen, besonders in Deutschland, wird der Nutzen eines allgemeinen Faschismusbegriffs überhaupt in Frage gestellt. Auch in der englischsprachigen Wissenschaftscommunity wird über den Wert von Faschismustheorien und den Faschismusbegriff als Kennzeichnung für einige extrem rechte Bewegungen und Regime in Europa nach dem Ersten Weltkrieg diskutiert. In diesem Workshop, der sich hauptsächlich an Teilnehmer/innen richtet, für die das Thema kein absolutes Neuland ist, wollen wir einige dieser theoretisch sehr anregenden Ansätze vorstellen und diskutieren, von denen wir denken, dass sie auch für die hiesige Diskussion fruchtbar sein können.

Was ist Gentrification? - Andrej Holm
Wir streiten um Aktionsformen und unsere Strategie - Blockaden oder was sonst?

Wo ward ihr in Rostock?
Diesen Spruch schrien Antifas wütend der Polizei entgegen.
Im August 1992 hatte das erste Pogrom nach der Beendigung der
Nazibarberei in Deutschland stattgefunden. Welche Bedeutung hatten Antifas in der Auseinandersetzung vor Ort und wie sahen ihre politische Arbeit danach aus?
Neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit am Beispiel eines der bekanntesten Pogrome der 90er Jahre, wird es in dem Vortrag auch
um zukünftige linke Strategien gehen. Was wenn die Bevölkerung gemeinsam mit Neonazis und reger Unterstützung des Staates gegen Minderheiten vorgeht? Können wir Sarrazin und ähnlichen Demagogen wirklich was engegegnsetzen, als Linke, die sich am Liebsten mit sich selbst beschäftigt?

ZeitzeugInnen 90er
ZeitzeugInnen: 70/80er ZeitzeugInnen/bewaffneter Kampf/2.Juni
ZeitzeugInnen: Adenauer / Widerstand in der Illegalität

Bitte schaut in der nächsten Zeit immer wieder mal vorbei, wir ergänzen diese Liste ständig und irgendwann sind auch mal die ausführlichen Beschreibungen online.

Um am Camp teilzunehmen müsst Ihr Euch vorher bei uns anmelden!

Wer sich nicht online anmelden möchte, kann in verschiedenen Stadten direkt Karten kaufen. Vorverkaufsstellen gibt es in Bonn, Leverkusen, Köln und Düsseldorf. Infos dazu bekommt ihr auf den Internetseiten der jeweiligen Antifa Gruppe vor Ort./p>

Für Leute mit Kindern bieten wir während der Workshops Kinderbetreuung an, bitte schreibt im Anmeldeformular, wen und in welchem Alter ihr mitbringt. Hunde, Katzen, Ratten und andere Haustiere müssen leider zuhause bleiben!

Wenn Ihr die Anmeldung ausgefüllt habt, bekommt Ihr von uns Post mit allen weiteren Infos.