vorläufiges Programm, Stand 16.8.

Antifa-Camp Rheinland 2010 vom 18.-22. August

Bislang sind folgende Veranstaltungen auf dem dritten antifaschistischen Camp im Rheinland in der konkreten Vorbereitung (alphabetische Sortierung):

Music & Co: Kobayashi (Bremen - Punk/ HC), Feine Sahne Fischfilet (Meck-Pomm - Ska/Punk), zOSCH! (Köln - Punk), und Raggae/ Dancehall aus Köln

...die ganze Natur wartet darauf!?
Reflexionen zur Befreiung der Tiere und Selbstbefreiung des Menschen
Die Geschichte der Anstrengungen des Menschen, die Natur und die Tiere zu unterwerfen, ist untrennbar mit der Geschichte der Unterwerfung des Menschen durch den Menschen verbunden. So ist beispielsweise Antisemitismus "nicht gleichsam ein Betriebsunfall in der Geschichte der Aufklärung", wie der Philosoph Gunzelin Schmid Noerr eine bedeutende zivilisationsgeschichtliche These der Frankfurter Schule beschreibt, "sondern Ausdruck einer überkonsequent fortgeschrittenen und damit misslungenen Zivilisation". Diesem Problem kann man nicht mit Regression auf Natur beikommen: "Solche Auswege führen von historisch vernünftigen zu äußerst barbarischen Formen gesellschaftlicher Herrschaft. Der einzige Weg, der Natur beizustehen, liegt darin, ihr scheinbares Gegenteil zu entfesseln, das unabhängige Denken."
Dazu gehört für die Kritischen Theoretiker die Erkenntnis, dass der Glaube einer "absoluten Differenz" zwischen Menschen und Tieren "Aberglaube" ist, eine fundamentale Ähnlichkeit von Mensch und Tier besteht und damit die Befreiung der Tiere auch ein Akt der Selbstbefreiung des Menschen wäre.
Für eine fortschrittliche Linke gilt es daher, Wege freizukämpfen, die zu einem radikal anderen, wahrhaft vernünftigen, gewaltfreien und respektvollen Verhältnis zu Natur und den Tieren führen (dazu gehört unweigerlich die Entbarbarisierung des menschlichen Konsums) ? einem Einklang zwischen der Humanisierung der Natur und Naturalisierung des Menschen, den Karl Marx Kommunismus nannte.

Die Referentin:
Susann Witt-Stahl ist Gründungsmitglied der Tierrechts-Aktion-Nord (TAN) und seit 25 Jahren in der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung aktiv. Sie lebt und arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Hamburg. 2007 hat sie den Band "Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen. Beiträge zu einer kritischen Theorie für die Befreiung der Tiere" herausgegeben.


Antimilitarismus
"Es ging alles ganz schnell, und es kamen immer mehr von denen." Die schnell eingreifende Putztruppe hatte tatsächlich nicht lang gefackelt. Mit großen Mülltüten, Schürzen, Kitteln, Handschuhen und Kopftüchern ausgestattet kamen die 20 Reinigungskräfte aus den Toilettenräumen direkt zum Messebreich der Bundeswehr herüber und haben den ganzen Hochglanz-Bundeswehr-Werbemist einfach komplett eingesackt
Immer häufiger taucht die Bundeswehr an Schulen, Messen und Arbeitsagenturen auf. Ihr Ziel ist dabei, mittels ‚Nachhilfeunterricht' mehr Zustimmung zu ihren Kriegseinsätzen zu erhalten und vor allem Jugendliche als Soldaten zu rekrutieren. Denn der Arbeitgeber Bundeswehr hat Imageprobleme. Zu hierarchisch und zu gefährlich finden viele BerufsanfängerInnen die Bundeswehr. Über Kooperationsverträge mit den Kultusministerien der Länder versucht die Bundeswehr nun, ihren Zugang zum Schulunterricht und zur LehrerInnen-Ausbildung auszuweiten.
Wir beschreiben Rekrutierungsstrategien der Bundeswehr und diskutieren Möglichkeiten beim "Umgang mit Jugendoffizieren", geben einen Überblick über vielfältige direkte Aktionen gegen die BundeswehrWerber und stellen die Kampagne "Bundeswehr raus aus den Schulen" vor.

"Autonome Nationalisten" - Neonazis im Wandel
Was ist neu an den „Autonomen Nationalisten“ und was nicht? Warum verwenden sie Symboliken und Aktionsformen, die der autonomen linken Szene entlehnt sind? Welche Bedeutung hat der „Schwarze Block“ für sie?
Wie greifen andere Neonazis das Konzept der „Autonomen Nationalisten“ auf und welche Überschneidungen, Konflikte und Kooperationen gibt es insbesondere in dem Verhältnis mit der NPD? Die neonazistische „Aktionsgruppe Rheinland“ wird auf ihre Inhalte untersucht. Eine Einschätzung skizziert die Bedeutung von Gewalterlebnissen auf neonazistischen "Großevents" für die "Autonomen Nationalisten".
Schließlich stellen wir uns die Frage, wie eine erfolgreiche antifaschistische Intervention gegen „Autonome Nationalisten“ aussehen kann.

Abschiebung verhindern – papierlose Menschen unterstützen
Immer wieder stehen in euren Städten Familien kurz vor der Abschiebung oder Flüchtlinge, die abgetaucht sind, brauchen Unterstützung. Dabei stellen sich oft viele Fragen. Wie kann man unterstützen? Was gefährdet vielleicht die Betroffenen? Wie viel Verantwortung kann eine Gruppe übernehmen? Wie kann man vor Ort Netzwerke aufbauen?
Seit über zwei Jahren unterstützt stay! papierlose Menschen in Düsseldorf und berät Flüchtlinge, die kurz vor der Abschiebung stehen.
Workshop mit vielen Infos + Film von stay! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative

Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Repression gegen Antifa Gruppen
Welche Strategien der Staatsmacht gibt es um gegen Antifa Gruppen vorzugehen?
Beispiele einiger aktueller Verfahren und passender Gegenstrategien. Wie kann das Wissen von Antrepressionsarbeit an Jugend Antifas weitergegeben werden? Verhalten bei Zeugenaussagen, Polizeiprovokationen, Hausdurchsuchungen. Ausserdem gibt es für interessierte Gruppen mehrere Vortragsvorlagen zum weitergeben und selbermachen

Anarcho-Syndikalismus

Antifa in Prag (aus Prag)
Ein Überblick über die Situation und die Arbeit der Antifa in Tschechien – von einer Genossin aus Prag

Antikapitalismus von rechts?
Soziale Themen haben in der Agitation der extremen Rechten an Bedeutung gewonnen. "Sozial geht nur national" heißt das Motto einer bundesweiten Kampagne, mit der sich die NPD als einzig wirkliche Interessensvertreterin der "kleinen Leute" und „einzig authentische Anti-Globalisierungspartei“ inszenieren möchte. Neonaziaufmärsche wenden sich gegen Massenarbeitslosigkeit, die Globalisierung oder gleich gegen das ganze "System". Die soziale Frage soll nationalisiert werden. So möchte nicht nur die NPD ihren Einfluss steigern.

Doch neben der bekannten Hetze gegen MigrantInnen ("Arbeitsplätze zuerst für Deutsche!") sind scheinbar neue Töne zu hören. Teile der NPD, ihrer Jugendorganisation JN und vor allem die aktionistischen "Freien Kameradschaften" und "Autonomen Nationalisten" haben sich einen "Antikapitalismus von Rechts" auf die Fahnen geschrieben. Ihre historischen Bezüge sind vielfältig: Mal beziehen sie sich auf die Idee eines "Preußischen Sozialismus", mal auf den von Hitler 1934 ausgeschalteten NSDAP-Flügel um die Brüder Strasser, mal auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik des NS-Staates. Trotzdem erreicht dieser "Antikapitalismus von Rechts" seine Zielgruppen und verhilft der NPD zu Wahlgewinnen, vor allem im Osten. Warum das so ist, was den extrem rechte Antikapitalismus charakterisiert und auf welche historischen Vorläufer er sich stützt, soll auf dieser Veranstaltung diskutiert werden.

Antimilitarismus
Blockadetraining Basics

Castor
Im Herbst 2010 steuert die Auseinandersetzung um die Atomkraft auf ihren Höhepunkt zu. Die schwarz-gelbe Bundesregierung macht deutlich, dass der so genannte "Atomkonsens" nun aufgekündigt wird: Bis zu 28 Jahre längere Laufzeiten werden geprüft und Gorleben soll als einziges Lager für Atommüll weiter ausgebaut werden. Voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte wird ein weiterer Castor-Transport in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben rollen. Elf Behälter mit hochradioaktiven Abfällen sollen aus der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague ins Wendland gebracht werden. Schon jetzt mobilisieren bundesweit zahlreiche unterschiedliche Gruppen und Initiativen zu Protesten ins Wendland. In der AG gibt es Infos über die geplanten Widerstandsaktionen und die Möglichkeit zur gemeinsamen Vorbereitung darauf.

Computer-Fit - Workshop zur Datensicherheit
Surfen, Mailen, Schreiben und Aufbewahren sind alltägliche Aufgaben politischer Aktivist_innen. Viren, Überwachung und Abstürze sind dabei die größten Gefahren. Also zeigen wir euch, wie ein Computer sicher und verlässlich gemacht werden kann und helfen euch vor Ort dabei.

Themen: E-Mail-Verschlüsselung, Grundlagen Computer-Hardware und Betriebssysteme, Festplatten-Verschlüsselung und Backup, Anonymes Netzwerken, Hilfe bei Problemen.

Dancehall & Homophopie
Hintergrund der Veranstaltung sind die jüngsten Diskussionen und Aktionen rund um die Auftritte der jamaikanischen DeeJays Sizzla und Elephant Man in NRW in den vergangenen Monaten. Entlang des in der LOTTA #37 (antifaschistische Zeitschrift aus NRW) erschienenen Artikels "ring di alarm" versucht der Referent Homophobie in Jamaika und in der *Dancehall* anhand von Bildern und Musik aufzuzeigen und zu erklären.

Dabei geht es einerseits um die Kritik an homophoben Einstellungen in Jamaika und dem Hass auf Schwule und Lesben in Liedtexten jamaikanischer "Künstler". Andererseits sollen Sichtweisen und Einschätzungen jenseits bisheriger Interpretationen des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) und diverser linker Gruppen aufgezeigt und diskutiert werden.

Demoorga / Verhandlungen / Organisaton
In diesem Workshop geht’s darum, wie mensch selbst eine Demo organisiert. Wir erarbeiten gemeinsam alle wichtigen Punkte und klären die wichtigsten Fragen. Anmelden oder nicht? Lautiwagen oder Megaphon? Wie spreche ich mit den Bullen? Wie setzen wir durch, was wir wollen? Alles, was ihr schon über die Organisation von Demos wissen wolltet, wird hier beantwortet und anhand von ein paar Beispielen geübt.

Der Bildungsstreik - Kritische Auswertung und Perspektiven
In dieser Veranstaltung sollen noch einmal die Bildungsproteste der letzten zwei Jahre unter die Lupe genommen werden. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen, auswerten und die Frage stellen, was sich lernen ließe für die Zukunft - auch über dieses spezielle Feld hinaus. Im Hintergrund wird so ganz allgemein die Frage nach Möglichkeiten linksradikalen Engagements im Spannungsfeld von Kritik und Intervention eine Rolle spielen.

Die extreme Rechte in den "social networks"
Die "social networks" wie Facebook, MySpace oder Wer-kennt-Wen? Dienen nicht nur der Vernetzung extrem rechter Szenen, sondern sie eröffnen Räume für Propaganda und Werbung. In eigens geschaffenen Gruppen tauschen Neonazis Materialien und Termine, organisieren Aufmärsche oder "Nationale Grillabende" und gestalten einen virtuellen Sozialraum. In Hunderten von Gruppen verknüpfen sie "populistische" Forderungen mit neonazistischen Parolen, verbreiten Weltverschwörungshalluzinationen und erreichen eine bedenklich hohe Anzahl von UnterstützerInnen "aus der gesellschaftlichen Mitte". Doch sind diese Unterstützung und dieser Sozialraum "nur virtuell", unverbindlich und substanzlos? Oder lassen sich darüber mehr Menschen erreichen, als beispielsweise durch Aufmärsche durch abgeschirmte, menschenleere Vororte? Der Workshop bietet Einblicke in die vielfältigen neonazistischen Aktivitäten in den "social networks" und wirft die Frage nach antifaschistischen Gegenstrategien auf.

Die kirchliche Rechte – Christlicher Fundamentalismus in Deutschland
Schritt für Schritt und oft mit leisen Bewegungen im Hintergrund öffnet Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. der kirchlichen Reaktion Tür und Tor. Das äußert sich in der Rehabilitation antisemitischer Elemente ebenso wie in neuen Chancen für Organisationen wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. oder Opus Dei, die in immer größerem Ausmaß Morgenluft wittern. Antimoderne, antiemanzipatorische Kräfte wie christliche Lebensschutzvereine, die das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, die Gleichstellung von Lesben und Schwulen und jede Kritik an patriarchalen Verhältnissen bekämpfen, profitieren davon. Dies gilt keineswegs nur für die katholische, sondern auch für die evangelische Kirche. Dort machen Evangelikale erfolgreich mit Massenveranstaltungen von sich reden, gründen Schulen, in denen die Evolutionslehre in Frage gestellt wird. Auch Evangelikale unterhalten Kontakte zu Rechtsaußen-Organisationen und werden immer wieder politisch aktiv. In der AG wird ein Überblick über die christliche Rechte in Deutschland und ihre aktuelle Entwicklung geboten.

Die neoliberale Stadt in der Krise. Chancen und Grenzen lokalen Widerstands
Trotz oder gerade wegen des globalisierten Kapitalismus bleibt die lokale, städtische Ebene Austragungsort zahlreicher sozialer Kämpfe. Ob es dabei um die Verteidigung sozialer Errungenschaften, den Erhalt günstigen Wohnraums, um Widerstand gegen repressive Sicherheitspolitiken, Gentrifizierung und Leuchtturmprojekte oder um offensive Forderungen (bspw. zur Vergesellschaftung städtischer Betriebe oder für den kostenlosen Zugang zu städtischer Infrastruktur) geht: Die Kräfteverhältnisse haben sich durch den Wandel lokaler Politik zur neoliberalen oder unternehmerischen Stadt für emanzipatorische Projekte maßgeblich verschlechtert. Standortpolitik, sprich: die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, erhält auf Kosten anderer Handlungsfelder höchste Priorität und ist, quer durch (fast) alle Parteien, zu dem hegemonialen Leitbild städtischer Politik avanciert.
In dem Workshop soll auf Grundlage eines kurzen Inputvortrages und Euren Erfahrungen diskutiert werden, inwiefern die aktuelle Wirtschaftskrise, welche häufig auch als Krise des Neoliberalismus thematisiert wird, auch zu einer Krise der hegemonialen Anschlussfähigkeit neoliberaler Stadtentwicklung geführt hat. Können emanzipatorische Bewegungen, Initiativen und gegenhegemoniale Projekte vor diesem Hintergrund das Leitbild der unternehmerischen, wettbewerbsfähigen Stadt nachhaltig erschüttern und so die Interventionsmöglichkeiten für die verschiedenen Formen lokalen Widerstandes wieder dauerhaft verbessern?

Dortmund

Dresden 2011 is calling
Dresden im Februar wurde zum Synonym wurde zu einem der zentralen Momente bundesdeutscher Erinnerungskultur, die sich nur all zu gerne als die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus zu inszenieren suchte und somit für Geschichtsverfälschung und extrem rechte Agitation im besonderen Interesse stand. Dresden wurde zum zentralen Aufmarschort der neonazistischen Szene mit europaweiter Beteiligung mehrerer tausend Neonazis.

2010 gelang es mehreren tausend Antifaschistinnen und Antifaschisten in einem breiten Bündnis den Aufmarsch zu blockieren und damit eine Wende im Umgang mit den Neonazis einzuleiten. Doch ist damit der Spuk vorbei? Schon jetzt diskutieren Neonazis, nächstes Jahr auf jeden Fall und um jeden Preis marschieren zu wollen und rüsten sich für "die Schlacht von Dresden". Unsere Veranstaltung soll kurz die bisherige Entwicklung beleuchten und die Geschehnisse im letzten Jahr einschätz- und diskutierbar machen. Was erwartet uns nächstes Jahr? Auf was müssen wir uns vorbereiten?

Referentin: Dresden AG (Düsseldorf)

Europa von rechts – Eine Bestandsaufnahme über die extreme Rechte in Europa
In mehreren europäischen Staaten sind extrem rechte Organisationen in den vergangenen Jahren immer stärker geworden und erzielen inzwischen teilweise zweistellige Wahlergebnisse. Bedeutende Parteien der extremen Rechten in Europa stehen in der Tradition von NS-Kollaborateuren und unterhalten beste Kontakte nach Deutschland. In der AG wird ein exemplarischer Überblick über die wichtigsten Kräfte der extremen Rechten in Europa, über ihre politischen Inhalte, ihre Strategien und darüber, wie sie sich Europa als Ganzes vorstellen.

Europäisches Grenzregime
Europa wächst zusammen!“ lautet die gängige Devise. Mit der Öffnung der Binnengrenzen ist die Sicherung des Territoriums vor 'unerwünschter' Einwanderung nicht mehr nur eine nationalstaatliche Angelegenheit, die Verwaltung und Abwehr von Migration wird inzwischen von den europäischen Staaten zunehmend gemeinsam organisiert. So wurde seit den neunziger Jahren eine Vielzahl asyl- und einwanderungsrechtlicher Maßnahmen beschlossen, um eine Angleichung der rechtlichen Materie zwischen den Mitgliedsstaaten herbeizuführen. Daneben ist es das erklärte Ziel der europäischen Politik, im Rahmen des gemeinsamen „Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“, ein integriertes Grenzschutzsystem zu schaffen. Dies umfasst zum einen eine zunehmend militarisierte Einreisekontrolle und den Aufbau technischer Überwachungssysteme an der territorialen Grenze. Zum anderen arbeitet die europäische Politik verstärkt mit den Herkunfts- und Transitstaaten der Migrant/inn/en zusammen, um Wanderungsbewegungen bereits im Keim zu ersticken und die Rückführung der Menschen ohne Aufenthaltsstatus zu erleichtern. Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung dieser umfassenden Grenzschutzpolitik spielt die europäische Grenzschutzagentur „Frontex“ - eine Behörde mit Sitz in Warschau, welche fernab von demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle die „Sicherheit Europas“ voran treibt. Die beiden Referenten wollen in der Veranstaltung einen Überblick geben und die unterschiedlichen Aspekte der europäischen Grenzschutzpolitik beleuchten.

Extrem rechte Wahlparteien und Neonazismus in NRW – eine Bestandsaufnahme
Wie stark sind NPD, DVU, REP, PRO, „Freie Kameradschaften“ bzw. „Autonome Nationalisten“ in NRW, wie sehen ihre Strukturen, Strategien und Aktivitäten aus? In der Arbeitsgruppe soll eine Bestandsaufname in NRW versucht werden.

Fußballfans, Ultras und die extreme Rechte
Der Vortrag beschäftigt sich mit aktuellen Erscheinungsformen von Rassismus und Neonazis in Fußballstadien. Besonders die Fanszene hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ultragruppen sind aus den Kurven der meisten Vereine nicht mehr wegzudenken. Was kennzeichnet diese Fan- und Jugendkultur? Wie sind sie politisch einzuordnen? Was können Fans und Ultras gegen Neonazis im Fußball-Umfeld unternehmen.

Gedenkstättenfahrt nach Oswiecim – ein Reisebericht
Zwei Wochen vor dem Antifa-Camp besuchte eine Gruppe von 24 Personen – die meisten aus NRW – die polnische Stadt Oswiecim, die die Nazis Auschwitz nannten. Diese sechstägige Fahrt soll auch 2011 wieder angeboten werden. Die AG bietet einen Reisebericht und Raum für Fragen, Diskussionen und Tipps für's Nachmachen.

Geschichte, Ursachen und Erscheinungsformen des Antisemitismus
Diese Grundlagen-AG behandelt die Entwicklung des Antisemitismus von der christlichen Judenfeindschaft des Mittelalters bis hin zu dem, was die Wissenschaft heute den "Modernen Antisemitismus" nennt. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Übergangszeit vom 19. zum 20. Jahrhundert gelegt, eine Zeit, in der sich der bereits entwickelte Antisemitismus mit deutsch-völkischen Elementen vermischte.

Internationalistische Debatte – Die Situation der radikalen Linken in Europa. Impulsreferate + Diskussion
Islamophobie

Israel – Gaza. Was ist da los?
Seit dem Massaker der israelischen Armee unter den Passagieren eines Hilfskonvois für Gaza gibt es eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Situation der Menschen im von Israel blockierten Gaza-Streifen.
Der Wiederaufbau und die Beseitigung der Kriegsschäden im Gazastreifen sind noch immer nicht möglich, sagen 16 internationale Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen in einem Bericht, der zum einjährigen Jahrestag der israelischen Operation „Gegossenes Blei“ erschien.
90% der Bevölkerung leiden unter Stromausfällen von vier bis acht Stunden pro Tag. Durch die Stromausfälle wird auch die Wasserversorgung unterbrochen. Diese wird zusätzlich durch kaputte Wasserleitungen und -Tanks behindert. Reparaturen sind unmöglich, da Ersatzteile von Israel nicht als essenzielle humanitäre Güter betrachtet werden und deshalb nicht eingeführt werden dürfen. Durch Druckverlust in den Leitungen wird die Wasserversorgung durch verschmutztes Grundwasser kontaminiert. Die schlechte Wasserqualität ist eine Hauptsorge der Hilfsorganisationen in Gaza. Durchfall verursacht 12% der Todesfälle junger Menschen.
Lediglich ein Bruchteil der Schäden an Häusern, ziviler Infrastruktur, öffentlichen Einrichtungen und Geschäften konnte bisher repariert werden. Der Zivilbevölkerung, sowie den UN- und Hilfsorganisationen wird bis auf wenige Ausnahmen verboten Materialien wie Zement und Glas zu importieren. Durch die Blockade werden damit alle Bewohner des Gazastreifens für die Taten einiger Weniger bestraft.
Kritik üben die Organisationen an der internationalen Politik, die zwar immer wieder die Blockade kritisiere, aber nichts unternehme um dieser israelischen Maßnahme ein Ende zu bereiten.
In der AG geht es um die Schilderung der Zustände im Gazastreifen sowie um die Frage eine emanzipatorischer Perspektive. Der Referent ist Aktivist der Interventionistischen Linken und aktiv in der humanitären Hilfe für Israel/Palästina, für Fragen und Diskussion gibt es ausführlich Platz. Lauschangriff

Märzrevolution 1920 im Ruhrgebiet
Gerade in diesem Jahr, 90 Jahre nach der Märzrevolution, gab es eine ganze Menge Jubiläums und Gedenkveranstaltungen an die Ereignisse die durch den Kapp Putsch ausgelöst wurden. Die vorherrschenden Deutungen sind dabei immer noch die traditionsmarxistische, wonach die Revolution scheiterte, weil ihr die Organisation durch eine leninistische Partei fehlte, und die sozialdemokratische, nach der der Kapp Putsch durch den Generalstreik schnell besiegt wurde und wenigen Linksextremisten der wiederhergestellte Regierung die Gewalt aufzwangen.

Dabei gehen die Lebenswelt und die Erfahrungen der Beteiligten der revolutionären Bewegung völlig verloren. Sie konnten sich auf der einen Seite selbst organisieren und eine kurze Zeit ganz anders leben auf der anderen Seite gelang es ihnen oft nicht die althergebrachte Struktur von Autoritäten und Repräsentanten zu durchbrechen und häufig gaben sie ihre Versuche der Veränderung dieser Strukturen erstaunlich früh auf. Die Gründe für diese Zwiespältigen Erfahrungen und was sie für uns heute bedeuten soll diskutiert werden.

Außerdem soll auf die Massivität und Brutalität der Niederschlagung der Revolution im Ruhrgebiet eingegangen werden. Durch die massiven Niederlagen der revolutionären Bewegungen in Deutschland zwischen 1919 und 1921 wurde die emanzipatorische Arbeiterinnenbewegung mit ihren Hoffnungen vernichtet und der Weg für den Nationalsozialismus bereitet.

Nazis in Meck-Pomm
de npd im landtag, naziläden in fast jeder größeren stadt und bei den kommunalwahlen ein riesiger erfolg für die nationalsozialistische partei. national befreite zonen, autonome nationalisten, gruppen und rechte bands, die deutschlandweit bekannt sind! der vortrag zur neonaziszene in m-v soll die verschiedensten rechten kader, kameradschaften und gegebenheiten beleuchten. im anschluss würde mensch sich über diskussionen freuen…

NL: Hausbesetzungen
About the situation of squats, how squatting works, the old and new laws and actions against repression and criminalisation.

NL: Wilders - The new face of right-wing extremism in Holland
At the last Dutch national elections Wilders' party the PVV has gotten 15.5% of the votes. This is the biggest electoral succes of a Dutch right wing extremist party in post war history. The succes of the PVV has grown steadily over the last couple of years as they got more extreme. The PVV is not an average rigth wing extremist party and Dutch antifascist have struggled in their combat of this new phenomena. Right now the PVV is the biggest threat to antiracism and Dutch society has been put under serious pressure with a growing lack of solidarity and dialogue. A Dutch antifascist will talk about Wilders and the PVV and will explain about this new form of right wing extremism and the consequences for racists throughout europe.

NS -TäterInnen /-Prozesse
In den letzten Monaten sorgten Prozesse gegen mutmaßliche NS-Vebrecher zu vermutlich letzten Mal für Schlagzeilen. In Aachen wurde der ehemalige SS-Mann Heinrich Boere zu lebenslanger Haft verurteilt, in München läuft ein Prozess gegen den 89-jährigen John Demjanjuk, der als ehemaliger so genannter ?ausländischer Hilfswilliger" wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Jüdinnen und Juden im Vernichtungslager Sobibor angeklagt wird. Auch wenn die deutsche Justiz derzeit einen überraschenden Verfolgungswillen an den Tag zu legen scheint verlief die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen seit 1945 zögerlich und schleppend. Nur ein Bruchteil der Täter und Täterinnen musste sich vor Gericht verantworten, die große Mehrheit entging einer Strafverfolgung. Der Vortrag gibt zum einen einen Überblick über den juristischen Umgang mit NS-Tätern und Täterinnen in der BRD und geht dabei auch vergleichend auf andere europäische Staaten ein. Zum anderen wird die Aufarbeitung der NS-Verbrechen auch in ihren jeweiligen zeithistorischen Kontext gestellt und ein Blick auf die TäterInnenbilder geworfen, die der Nachkriegsgesellschaft zur Abgrenzung und Exkulpation dienten. Dabei wird auch eine geschlechtergeschichtliche Perspektive auf NS-Täterschaft eingenommen.

Out of Action
Politisch aktive Menschen sind häufig mit Repression konfrontiert. Dies kann neben Prozesskosten, Knast und körperlichen Verletzungen auch zu psychischen Belastungen wie Traumatischem Stress führen. Um damit einen genauso solidarischen Umgang wie mit Prozesskosten oder körperlichen Verletzungen zu finden, ist es wichtig, sich mit dem Thema "Traumatische Erlebnisse und deren Folgen" auseinanderzusetzen und gemeinsam gegen diese Form von Repression zu handeln. Wie wichtig ein unterstützender, solidarischer Umgang miteinander für dauerhafte politische Arbeit ist soll in diesem Workshop gezeigt bzw. gemeinsam erarbeitet werden.

Recht extrem – Die Extremismustheorie und ihre Auswirkungen
Die Extremismus- bzw. Totalitarismustheorie erlebt seit den 1990er Jahren einen neuen Aufschwung. Die Annahme, "Extremismen" auf der Rechten sowie auf der Linken hätten viele Gemeinsamkeiten und seien nur unterschiedliche Ausformungen eines "extremistischen" Kerns, wird auch von zahlreichen Fachleuten kritisiert - schließlich fasst sie völlig unterschiedlich strukturierte Weltanschauungen zusammen. Gänzlich ungeachtet ihrer wissenschaftlichen Fragwürdigkeit entfaltet die Extremismustheorie zunehmend auch praktische Wirkung. In der AG wird informiert über die Extremismus- bzw. Totalitarismustheorie, über wissenschaftliche Kritik an ihr und über ihre praktische Anwendung durch die bundesdeutschen Behörden seit den 1950er Jahren.

RechtsRock: ...von A wie Absurd bis Z wie Zyklon D
Die Arbeitsgruppe liefert einen Überblick über verschiedene Sparten rechter Rockmusik in Deutschland. Hierbei bleibt der Begriff des RechtsRock nicht auf neonazistische Bands und deren Textinhalte beschränkt, sondern wird genauer gefasst: als ein Sammelbegriff für Rockmusik, die antiemanzipatorische und reaktionäre Denkmuster offenbart, die darüber ihren offenen Flügel zu Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus hat. Mit notwendiger Trennschärfe und ohne Verallgemeinerung wird darin der Bogen geschlagen vom „White Noise“ der neonazistischen Skinheadszene und der Pop- und Partymusik von Neonazi-Bands wie Landser, zu den extrem rechten Strömungen im Dark-Wave, Neofolk und Black Metal, den ästhetischen Inszenierungen von Rammstein, den markigen Parolen eines „nationalen HipHop“ und den simplen Weltbildern der Böhsen Onkelz.

Sani - Workshop

Schreibworkshop (ganztägig) – Berichte, Pressemitteilungen und Artikel schreiben lernen
In diesem ganztägigen Workshop geht es darum, nach einer theoretischen Einführung das Schreiben von Berichten, Pressemitteilungen und Artikeln praktisch zu erlernen bzw. bereits vorhandene Fertigkeiten auszubauen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bitte bringt Laptops und Verlängerungskabel/Dreierstecker mit. Für diese AG ist eine Anmeldung erforderlich, entweder bis zum 17. August, 20 Uhr, via Email an anmeldung@antifa-camp.de oder persönlich bis zum 19. August, 20 Uhr am Infozelt auf dem Camp-Gelände. Die TeilnehmerInnenzahl ist auf zehn Personen begrenzt.

Sexism sucks - Workshop zu Feminismus, Geschlechterverhältnissen und Sexismus
Der Workshop bietet die Möglichkeit, verschiendene Themen aus den Bereichen Feminismus, Gender Theorie und Anti-Sexismus zu diskutieren. Euer Feedback aus den letzten beiden Jahren aufgreifend, haben wir den Workshop erweitert und so aufgebaut: Wir starten mit einem ca. 30 Minuten langen Input als Einstieg in das Thema. Darin geben wir einen groben Überblick zur Geschichte und den Kämpfen der Frauenbewegung und gehen kurz auf die Grundlagen und Schwierigkeiten der verschiedenen feministischen Theoriekonzepte ein, vom Differenzfeminismus bis zur dekonstruktivistischen Gendertheorie. Danach geben wir an euch ab und eröffnen Diskussionsrunden zu euren Themen. Dabei haben wir AGs zu Fragen vorbereitet, mit denen wir uns gerade selbst beschäftigen, zum Beispiel:

„Knüppel auf`n Kopp, Mackerarsch!?“ Wie gehen wir mit sexistischen und homophoben Anmachen und blöden Sprüchen im Alltag um? Die besonders schlagfertigen Konter fallen uns immer erst hinterher ein, oder wir üben uns in Ignoranz oder Ironie. Je nach Situation – am Arbeitsplatz, in der Schule, auf der Straße, in der eigenen Szene – sind verschiedenen Reaktionen und Interventionen möglich, um hinterher mit sich zufrieden zu sein. Eine praxisorientierte AG zum Erfahrungsaustausch mit Antisexismus-Training.

„xxy mal x!“
Warum werden Menschen eigentlich immer noch in Männer und Frauen eingeteilt? Obwohl sich queerfeministische und dekonstruktivistische Genderkonzepte an den Unis längst etabliert haben und queere Aktivist_innen auch auf der Straße sichtbar machen, dass Zweigeschlechtlichkeit eine gesellschaftlich konstruierte und repressive Norm ist, halten sich biologistische Argumentationen hartnäckig. Immer wieder werden die Naturwissenschaften herangezogen, um angeblich "männliche" und "weibliche" Eigenschaften als naturgegeben zu belegen – dabei ist auch im Reich der Tiere, der Hormone und Gehirne längst nicht alles so eindeutig, wie es der heterosexistische Mainstream gerne hätte. Wir diskutieren mit Euch: Wie sind diese vermeintlich "natürlichen" Geschlechterkonzepte eigentlich entstanden? Welche Ansätze bietet die Gender Theorie zu deren Dekonstruktion? Und was hat das alles mit "lesbischen Fischen" zu tun?


So gerne wir das hätten: Die radikale Linke ist keine Insel. Antisexismus gehört zwar irgendwie zum propagierten Selbstbild der Antifa-Bewegung, zwischen Anspruch und Wirklichkeit finden sich allerdings immer wieder Lücken. Viele Antifa-Gruppen sind „männlich“ dominiert und werden auch von außen so wahrgenommen. Das Bild des harten, männlichen Straßenkämpfers dient vielen Aktivisten als Identifikation und findet sich entsprechend auf Plakaten, Flyern und in persona auf vielen Aktionen wieder. Auch im Umgang untereinander, in unseren Beziehungen stellen wir fest, dass patriarchale und heterosexistische Sozialisation und Strukturen auch nicht vor unseren Hirnen und Herzen Halt machen. In der AG diskutieren wir Möglichkeiten einer Antifa ohne Mackertum.

Darüber hinaus gibt es „open space“ für AGs nach den Themen, die ihr selbst mitbringt und diskutieren wollt. Wir bieten euch nach Wunsch Moderation & Material dafür. Außerdem bieten wir euch im Anschluss eine Lieblings-Lounge an, wo wir unsere Lieblingsbücher, -texte, -filme und -musik rund ums Thema zum Schmökern, Stöbern und Chillen zur Verfügung stellen.
> Stolberg
Streetart - Workshop

Tatort Kurdistan
In Kurdistan wird seit Juni wieder gekämpft. Doch worum geht es eigentlich in der kurdischen Revolution? Wir wollen einen Überblick geben über die Geschichte des Konflikts, Aktuelles aus der Frauenbewegung, die Projekte zur kommunalen Selbstverwaltung und einen möglichen Friedensprozess. Außerdem wird die aktuelle Kampagne "Tatort Kurdistan" vorgestellt mit Informationen zu Aktionen in Düsseldorf und Köln.

Referent: Reimar Heider (Mitarbeiter der Internationalen Initiative Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden in Kurdistan)

Tierrechte
Transpi - Workshop

Überwachungsstaat: Paranoia oder Realität?
Biometrische Daten im Perso, DNA-Massentests und Geruchsproben gehören mittlerweile zum Standard der Massenüberwachung durch Staatsorgane. Mal dient Terrorismusgefahr, mal Kinderpornographie als Vorwand für die immer massiver werdende Bespitzelung der Bevölkerung weit in ihre Privatsphäre hinein.
Wer überwacht hier wen mit welchen Mitteln und mit welchem Ziel? Was geben die technischen Möglichkeiten heute schon her, was ist zu erwarten und wie kann man sich wehren?

Verfolgt und vergessen - die Kontinuität des Antiziganismus
Seit Jahrhunderten werden Sinti und Roma als sogenante „Zigeuner“ aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Als nicht zur Gesellschaft zugehörig bedroht das Bild der „Zigeuner“ scheinbar die bürgerliche Geselschaft in ihrer Gesamtheit. Kontinuierlich ziehen sich diskriminierende als auch romantisierende „Zigeunerbilder“ durch die Geschichte - von religös-geprägten Vorurteilen über den nationalen Ausschluss und die völkisch-rassistisch legitimierte Verfolgung, die im NS im Massenmord gipfelte, bis hin zur heutigen Situation von Sinti und Roma in Deutschland und Europa. Der Vortrag setzt sich mit den Stereotypen und der Geschichte des Antiziganismus auseinander und versucht Funktionsweisen und Kontinuitäten aufzuzeigen.

Von sozialen Bewegungen und linken Regierungen in Lateinamerika
Was passiert auf dem Kontinent? Welche Ziele, Dynamiken und Perspektiven gibt es? Wie beeinflussen Militarisierung und Militärschläge im Rahmen ultrarechter neoliberaler Ermächtigung die Linke? Aufgezeigt werden soll die Vielfalt und Dynamik des Widerstandes in Mesoamerika gegen den neoliberalen Ausverkauf und korrupte rechte Gesellschaftstrukturen, aber auch die staatliche Repression gegen sie. Diskutiert werden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Zielen und Perspektiven hier und die Möglichkeiten, sich solidarisch einzubringen – hier und dort.

Was ist Faschismus? Neue Ansätze in der Faschismusforschung
Was Faschismus ist oder war, darüber wird noch immer gestritten - nicht nur in der Linken, sondern auch in der Wissenschaft. Von einigen WissenschaftlerInnen, besonders in Deutschland, wird der Nutzen eines allgemeinen Faschismusbegriffs überhaupt in Frage gestellt. Auch in der englischsprachigen Wissenschaftscommunity wird über den Wert von Faschismustheorien und den Faschismusbegriff als Kennzeichnung für einige extrem rechte Bewegungen und Regime in Europa nach dem Ersten Weltkrieg diskutiert. In diesem Workshop, der sich hauptsächlich an Teilnehmer/innen richtet, für die das Thema kein absolutes Neuland ist, wollen wir einige dieser theoretisch sehr anregenden Ansätze vorstellen und diskutieren, von denen wir denken, dass sie auch für die hiesige Diskussion fruchtbar sein können.

Was ist Gentrification? - Andrej Holm

Masse statt Klasse?
Diskussionsrunde über Strategien zivilen Ungehorsams und antifaschistischen Widerstands
mit Diskutanten aus der Aktionsgruppe Georg Büchner/Antifa-KOK, der DGB-Jugend, dem autonomen Regio-Kreis und dem Antifaschistischen Aktionsbündis Aachen.
Moderation: Antifaschistische Linke Düsseldorf

Massenblockaden, ziviler Ungehorsam und kollektiver Regelverstoss erfreuen sich enormer Beliebtheit in antifaschistischen Zusammenhängen. Nach den erfolgreichen Massenblockaden in Köln und zuletzt in Dresden orientieren viele lokale Bündnisse auf vergleichbare Ansätze, stossen jedoch auf unterschiedliche Hindernisse und Problemstellungen aufgrund anderer Rahmenbedingungen vor Ort oder mangelnde Resourcen bis hin zur Vereinnahmung durch konservativ-bürgerliche Kräfte.
Andere linke Gruppen versuchen die erfolgreichen Konzepte der letzten Zeit auf andere politische Themen zu übertragen. Doch geht dies so einfach? Was sind die Hindernisse, was die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Agieren?
Wir wollen mit dieser Runde den Ansatz und die Aktionen der letzten Zeit einer kritischen Prüfung unterziehen und diesen -gemeinsam mit Euch- hinterfragen und diskutieren.

Wo ward ihr in Rostock?
Diesen Spruch schrien Antifas wütend der Polizei entgegen.
Im August 1992 hatte das erste Pogrom nach der Beendigung der
Nazibarberei in Deutschland stattgefunden. Welche Bedeutung hatten Antifas in der Auseinandersetzung vor Ort und wie sahen ihre politische Arbeit danach aus?
Neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit am Beispiel eines der bekanntesten Pogrome der 90er Jahre, wird es in dem Vortrag auch
um zukünftige linke Strategien gehen. Was wenn die Bevölkerung gemeinsam mit Neonazis und reger Unterstützung des Staates gegen Minderheiten vorgeht? Können wir Sarrazin und ähnlichen Demagogen wirklich was engegegnsetzen, als Linke, die sich am Liebsten mit sich selbst beschäftigt?

ZeitzeugInnen: 70/80er ZeitzeugInnen/bewaffneter Kampf/2.Juni
Die Bewegung 2. Juni war eine in den 1970er Jahren aktive linke Stadtguerillagruppe. Der Name erinnerte an den Todestag von Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 vom Polizisten Karl-Heinz Kurras auf einer Demonstration in Berlin erschossen wurde. Die sicherlich spektakulärste Aktion: Am Donnerstag, dem 27. Februar 1975, wurde mitten im Berliner Wahlkampf der Spitzenkandidat der CDU, Peter Lorenz, entführt. Er wurde fünfeinhalb Tage in einem Volksgefängnis gefangen gehalten. Im Austausch mit Lorenz wurden fünf Inhaftierte verschiedener linker westdeutscher Gruppen, sowie zwei nach dem Tod von Holger Meins inhaftierte Demonstranten freigelassen. Dies war das erste und einzige Mal in Deutschland, dass durch die Entführung eines Politikers Gefangene freigepresst werden konnten. Warum ging damals jemand zur Guerilla, riskierte dabei Gesundheit und Leben? Welche Rolle spielte der Antifaschismus und die revolutionäre Perspektive?
Der Referent ist Aktivist der Interventionistischen Linken, für Fragen und Diskussion gibt es ausführlich Platz.

Bitte schaut in der nächsten Zeit immer wieder mal vorbei, wir ergänzen diese Liste ständig und irgendwann sind auch mal die ausführlichen Beschreibungen online.

Um am Camp teilzunehmen müsst Ihr Euch vorher bei uns anmelden!

Wer sich nicht online anmelden möchte, kann in verschiedenen Stadten direkt Karten kaufen. Vorverkaufsstellen gibt es in Bonn, Leverkusen, Köln und Düsseldorf. Infos dazu bekommt ihr auf den Internetseiten der jeweiligen Antifa Gruppe vor Ort.

Für Leute mit Kindern bieten wir während der Workshops Kinderbetreuung an, bitte schreibt im Anmeldeformular, wen und in welchem Alter ihr mitbringt. Hunde, Katzen, Ratten und andere Haustiere müssen leider zuhause bleiben!

Wenn Ihr die Anmeldung ausgefüllt habt, bekommt Ihr von uns Post mit allen weiteren Infos.